Viktor und die Boleboliten – Gute Aussichten
Der Winter war noch voll im Gange.
Im Vogtland lag die Kälte fest in der Luft, und regelmäßig fiel frischer Schnee. Vom Frühling war noch nichts zu merken.
Viktor lag im Hof und blickte zur Straße hinüber.
Neben ihm scharrten die Boleboliten – die blaugrauen Vögtländer Hühner – dicht beieinander rund ums Haus.
Das Haus stand ruhig da, wie immer.
Viele Gäste waren schon hier gewesen. Sie waren durch Schnee und Wald gewandert, hatten sich am Ofen aufgewärmt und die Stille und die Natur genossen.
Aber Viktor wusste auch: Es war noch Platz.
Ostern, Pfingsten und Himmelfahrt, dachte er.
Das sind schöne Tage. Da könnten noch mehr Menschen kommen.
Er setzte sich aufrecht hin, aufmerksam und stolz.
Wenn jemand Werbung für diesen Ort machen konnte, dann er.
Die Boleboliten kamen näher.
"Sollen wir auch etwas tun?", gackerten sie neugierig.
"Natürlich", sagte Viktor.
"Wir zeigen, wie schön es hier ist – auch mitten im Winter."
In diesem Moment kam das Herrchen nach draußen.
Er sah das Haus, den Hof und die Tiere an und lächelte zufrieden.
Alles war bereit für neue Gäste.
Ruhe, Platz und Natur – genau so, wie es jetzt ist.
Viktor wedelte leise mit dem Schwanz.
Wer dem Trubel kurz entkommen wollte,
war hier genau am richtigen Ort.

