Viktor und die Boleboliten – Heilige Drei Könige

06.01.2026

Es war der 6. Januar.
Im Vogtland lag noch immer Schnee, und die stille Zeit wollte sich nur langsam verabschieden.

Viktor lag im Hof, die Pfoten im Schnee, die Nase in der kalten Winterluft.
Neben ihm standen die Boleboliten — die blaugrauen Vögtländer Hühner — dicht beieinander und beobachteten den Himmel.

Ein Stern funkelte heller als die anderen.
Viktor sah hinauf und spürte, dass dieser Tag etwas Besonderes war.

Da hörte man Schritte im Schnee.
Drei Gestalten näherten sich dem Hof, ruhig und würdevoll. Sie trugen warme Mäntel und hielten kleine Gaben in den Händen.

Der Chef trat aus dem Haus.
Er lächelte, als hätte er sie erwartet.

"Heilige Drei Könige", sagte er leise.

Natürlich wurden die Fremden freundlich empfangen.
Es gab Wärme, Licht und einen Moment der Ruhe.

Die Boleboliten gackerten leise,
Viktor blieb wachsam, aber entspannt.

Als die Drei wieder gingen, blickte Viktor noch einmal zum Stern.
Vielleicht, dachte er, hatte dieser Stern nicht nur sie geführt — sondern auch all die schönen Momente dieses Winters.

Im Vogtland wurde es wieder still.
Aber ein wenig Licht blieb zurück.